Feed eintragen: Artikel | Kommentare
Suchen
Interview mit Steelfinger – Fotograf
Interview mit dem Fotografen, Musiker und Illustrator Hans Peter Ludwig (Steelfinger)
Die Ausstellung seiner Fotos finden sie hier im Erotik Forum Hamburg. Das Portraitfoto von Seelfinger: Mirjam Hensel, 2009
Wie alt bist du?
44, also Jahrgang 1965.
Seit wann fotografierst du?
Im Prinzip seit ich 14 bin. Anfangs war die Fotografie der Grund Gestalter
zu werden. Leider gab es damals in meiner Gegend praktisch keinerlei
Ausbildungsstellen zum Fotografen, also bin ich nach Marburg auf die BFS für
Gestaltung gegangen.
Dann gab es eine lange Zeit in der ich praktisch gar nicht fotografiert
habe, sondern mich ausschließlich um die Illustration und Malerei gekümmert
habe. Anfang der 1990er Jahre fing ich dann langsam wieder mit der
Fotografie an. Mit einer damals schon völlig veralteten Minolta XG 2 und
gelegentlich der ollen Minolta XM. Prätentiöse Biester, weil alle Nase
lang der Verschluss stecken blieb.
Erst seit 2004 habe ich dann ernsthaft weiter gemacht. Dann auch mit einer
digitalen SLR.
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Eigentlich durch meine Mutter, die eine Lehre als Fotgrafin, bzw.
Fotolaborantin gemacht hatte. Deshalb waren immer Kameras im Haus und ich
konnte nach Herzenslust experimentieren.
Warum fotografierst du?
Weil es schneller geht als zu zeichnen. ![]()
Im Ernst: Die Lust an der Fotografie war schon ziemlich früh geweckt.
Erstaunlich ist wenn ich mir die frühen Bilder so anschaue welchen
Gestaltungswillen ich schon damals hatte. Vergleiche ich meine damaligen
Bilder, meist Portraits meiner Familie, mit den Fotos anderer Gleichaltriger
ist doch schon bei den Bilder, die ich als 14-15-jähriger gemacht habe ein
ausgeprägter Gestaltungswille zu sehen. Schnappschüsse finden sich da kaum
bei. Und auch, wenn ich die Technik damals noch viel weniger im Griff hatte
als heute, waren die Kompositionen schon damals recht gut.
Inzwischen ist zum reinen Gestaltungswillen noch die Lust an der erotischen
Fotografie hinzu gekommen.
Welche Art von Fotos machst du?
Ehrlich? Keine Ahnung! Ich wüsste nicht einmal, ob ich so etwas wie einen
wiedererkennbaren Stil habe. Ich mache die Bilder, die mich interessieren,
ohne mir Gedanken über eine Gattung zu machen. Natürlich wird man bestimmte
Themen immer wieder in meinen Fotos wiederfinden. Glamour, Fetisch und Akt
sind sicher die wichtigsten Sujets. Wobei ist bei mir die Balance zwischen
Fotografieren und Nachbearbeiten doch stark zu Seiten der Nachbearbeitung
geneigt.
Mit welcher/welchen Kamera/s arbeitest du und warum?
Da kommen wir zu dem Thema, bei dem ich nach wie vor schlecht mitreden kann.
Die digitale SLR mit der ich angefangen habe war eine Minolta Z1 (?), eine
3,2 MP SLR mit fest montiertem Objektiv. Da war natürlich rein von Seiten
der Aufnahme wenig zu machen. Deshalb habe ich mir bald angewöhnt meine
Bilder im Photoshop zu »pimpen«. Wobei ich eher selten wirklich Retuschiere
sondern zumeist an der Dynamik oder Farbwirkung arbeite. 2006 konnte ich mir
dann endlich eine Olympus E 500 mit zwei Objektiven leisten. Was für ein
Fortschritt! Seitdem nimmt die Arbeit im Photoshop immer mehr ab, dafür
schraube ich in diversen RAW-Convertern an den Bildern. Wenn ich dort an
Grenzen stoße, wird die Detailarbeit dann doch im PS gemacht, basierend auf
meist mehreren Entwicklungen.
Allerdings bin ich inzwischen schon oft an die Grenzen der Fähigkeiten
meiner Kamera angekommen. Also steht in den nächsten Monaten eine Umrüstung
an. Leider ist die Olympus eine Sackgasse. So gern ich mit der Kamera
arbeite, die Objektive und Zusatzgeräte sind *viel* zu teuer und es gibt
keine Drittanbieter für Olympus Objektive.
Welche Objektive setzt du ein und warum?
Derzeit ein 1:3,5-5,6 14-45 mm und ein 1:3,5-4,5 40-150 mm, beide von
Olympus.
Welche Locations (Studio, Outdoor, On Location) bevorzugst du und warum?
Outdoor und On-Location, weil ich kein Studio habe. Wobei ich aber gerade
die Arbeit mit dem verfügbaren Licht, bzw. die Improvisation meist ziemlich
spannend finde. Deshalb ist die reine Studiofotografie noch nicht wirklich
erstrebenswert. Im Herbst und Winter hat das zwar den Nachteil, dass die
Fotografie nur eingeschränkt statt findet, aber ist man auf die Shootings
umso mehr gespannt und das wirkt sich unmittelbar auf die Bildqualität aus.
Hast du einen Fotografen als Vorbild?
Vorbild eher nicht. Mich beeindrucken aber verschiedene Fotografen sehr.
Peter Basch z.B. Ist einer der Fotografen, die ich am meisten bewundere. Wie
der Mann mit einfachsten Mitteln Portraits und Glamour-Fotografien gemacht
hat, ist schon unglaublich. Leider würde man heutzutage, käme man mit der
Art von Bildern bei Verlagen an, wohl verlacht werden. Ansel Adams hat mich
mit diesen unglaublichen Grauwerten beeindruckt, und Edward Weston mit
seiner strukturellen Klarheit, die aber nachzuahmen würde mir nicht
einfallen. Der obligatorische Helmut Newton natürlich (woebi ich immer
wieder feststelle, dass es eher wenige Bilder von ihm sind, die mir wirklich
gefallen) gehört zu den »Helden«, aber ganz wichtig finde ich Steve Diet
Goedde, vor allem seine frühen Arbeiten und so manches von Trevor Watson.
Welches ist dein Lieblingsbild und warum?
Mein Lieblingsbild? Von mir selbst? Derzeit eindeutig »Witchnails«. Bei dem
Bild sind Komposition, Grauwerte und Wirkung nach meiner Einschätzung
endlich mal so, wie ich sie haben will. Und das erstaunt mich besonders in
Anbetracht der widrigen Umstände unter denen das Bild entstanden ist. Das
war Ende März 2009, es war bitterkalt und das Model musste bei eiskaltem
Wind, leichtem Nieselregen und im Latex-Catsuit in High-Heels auf nasser
Erde stehen. Viel Zeit für die Planung der Aufnahmen blieb dementsprechend
nicht, umso erstaunlicher ist, wie gut die Serie geworden ist.
Aber meine Lieblingsbilder wechseln relativ häufig.
Was ist dein Wunsch oder Traum für deine Fotografie, die du gerne einmal umsetzen würdest?
Oh, da gäbe es viele. Nur benötige ich dafür entweder ein großes Studio oder
passende Locations und eine vernünftige Blitzanlage. Alles Dinge, die ich
mir derzeit nicht leisten kann. Ich würde gern opulentere Arrangements
fotografieren oder kompliziertere Szenarien umsetzen. Immerhin ist es schon
ein großer Vorteil, wenn man zeichnen kann, denn damit *könnte* ich
zumindest die Bilder en Detail vorplanen. Das allerdings bringt nur dann
etwas, wenn auch tatsächlich etwas genau so umgesetzt werden kann.
Danke schön Hans Peter für das Interview und die Bereitstellung Deiner Fotos für uns.
Team EFH
Homepage: http://www.steelfinger.de/
MySpace: http://www.myspace.com/steelfinger
Modelkartei: http://www.model-kartei.de/sedcard/fotograf/75858/
















Keine Kommentare > “Interview mit Steelfinger – Fotograf”
Trackbacks/Pingbacks